Esperanza

Presseheft Pressestimmen

Feb. 2006:

Ferenc Snétberger Website - News

Ferenc Snétberger komponierte den Soundtrack zum Kinofilm “ESPERANZA” von Zsolt Bács, der auf der diesjährigen BERLINALE als Eröffnungsfilm in der Sektion “Perspektive Deutsches Kino” vorgestellt wird.

ESPERANZA D 2006
Regie: Zsolt Bács, Buch: Wolf Jakoby/Zsolt Bács, Kamera: Bernhard Wagner
Musik: Ferenc Snétberger

Darsteller: Anna Thalbach, Frank Giering, Mavie Hörbiger, Boris Aljinovic, Andi Hoppe, Proschat Madani, Gojko Mitic, Luc Feit, Agnieszka Migala, Konstanze Proebster, Toni Snétberger, Alexander Djassemi, Zsolt Bács

“Zehn Reisende verpassen am Silvesterabend die letzte Fähre. Ein winziger alter Dampfer ist für sie die letzte Chance, ihr Ziel zu erreichen. Die ereignisreiche Überfahrt zwingt sie unverhofft, ihre kleinen und großen Lebenslügen vor den anderen und sich selbst zu bekennen. In dieser Tragikomödie in der Tradition von Kusturica, Kaurismäki, Moodisson und Jeunet, wird mit viel hintersinnigem, abgründigem Humor, aber auch sehr liebevoll in die seelischen Abgründe der Figuren geblickt. Es ist eine Geschichte über Lügen und Wahrheiten, begleitet von viel Musik und Tanz und Delikatessen.”

- sueddeutsche.de

25.01.2006

Perspektive Deutsches Kino – Lola filmt

Neun Weltpremieren zeigen, wie es um die Zukunft des deutschen Films bestellt ist: Gut! Eine subjektive Auswahl.

…Der Schauspieler Zsolt Bács (Baader) konnte für seine erste Regiearbeit Esperanza einige bekannte Kollegen gewinnen, darunter Anna Thalbach, Mavie Hörbiger, Frank Giering und Gojko Mitic. Vor der Kulisse eines maroden Luxusdampfers auf der Fahrt in ein neues Jahr, verhandelt ein Häufchen skurriler Figuren die Dinge des Lebens, der Liebe und des Sterbens….

(Berlinale)

Esperanza

(tsch/cg) Sehr lobenswert an der Komödie „Esperanza“ ist die Tatsache, dass sie sich von der häufig kopflastigen, übertrieben seriösen Haltung des deutschen Kinos distanziert. Der sonst als Schauspieler tätige Zsolt Bács liefert mit „Esperanza“ ein unkonventionelles Regiedebüt, bei dem er sich sichtlich an große Vorbilder wie Emir Kusturica orientiert. Er hat eine charmante Komödie mit guter Besetzung gedreht, die aber in ihrer seichten Art leider doch eher dem deutschen Kino zuzuordnen ist.

Zehn einander fremde Reisende haben am Silvesterabend die letzte Fähre nach Kopenhagen verpasst. Zuflucht finden sie auf einem etwas mitgenommenen, klapprigen Dampfer, dessen Smutje (Boris Aljinovic) verspricht, sie rechtzeitig vor Mitternacht überzusetzen. Einmal an Bord stiften ein taubstummer Maschinist (Andreas Hoppe), ein experimentierlustiger Kombüsenkoch (Regisseur Bács) und ein unsichtbarer Kapitän (stimmlich durch Ben Becker repräsentiert), der ganz nach Gefühl navigiert, einige Verwunderung unter den Reisenden.

Als sich der schwankende Seelenverkäufer im Nebel verirrt, entwickeln sich innerhalb der Notgemeinschaft der Passagiere klaustrophobische Possen, die skurrile Abgründe der unterschiedlichen Seelenlagen offenbaren. Franz (Frank Giering) leidet an einem Helfersyndrom, Anna (Anna Thalbach) ist unglücklich in einen Pfarrer verliebt, von dem sie heimlich Fotos schießt, und der Gewohnheitsganove Henry (Luc Feit) plant seinen ersten Mord, um seinem besten Freund, einem Gefängniswärter, Genugtuung zu verschaffen.

Mit einer durchweg namhaften Besetzung (Mavie Hörbiger, "DEFA-Winnetou" Gojko Mitic) inszenierte der in Ungarn geborene Zsolt Bács eine atmosphärisch stimmige Groteske, die stilistisch den derben Humor Jean-Pierre Jeunets und vor allem Emir Kusturicas belehnt. Voll und ganz aufgehen mag der eklektische Wurf dennoch nicht, arbeitet der Film insgesamt zu wenig konsequent und provokant. Insbesondere der von Boris Aljinovic verkörperte Smutje, eine ins Kochschürzenweiß übertragene Version seines Schneewittchenzwergs, lässt eher an holprigen deutschen Klamauk denken, denn an das virtuose Kino eines Kusturica. So schippert "Esperanza" dann letztlich doch ein Stück weit stellvertretend für den deutschen Film zwar charmant, aber doch reichlich verloren durchs komödische Dickicht und weiß nicht so recht wohin mit sich. Die Hoffnung sinkt zuletzt.

Jens Szameit

http://www.cineastentreff.de/content/view/4993/31/